Wesentliche Kritik an den Planverfahren

Grundsätzlich kann eine gewerbliche Entwicklung ein bestehendes Gebiet sinnvoll ergänzen.
Doch hier wird ein Industriegebiet geplant, ohne die Folgen zu prüfen!
  • Industriegebiet
  • Verkehrslast
  • Immissionen
  • Pappel
  • Artenschutz
  • Ortsbild/ Silhuette


Quelle: Darstellung auf Grundlage Geobasisdaten NRW, Bezirksregierung Köln

Gebietstyp Industrie (Umwelt schonen  *  Menschen schützen)

Wozu ist ein Industriegebiet da? Das steht in § 9 Abs. 1 BauNVO: "Industriegebiete dienen ausschließlich der Unterbringung von Gewerbebetrieben, und zwar vorwiegend solcher Betriebe, die in anderen Baugebieten unzulässig sind."

Das Ziel ist also eine Planung für ein Gebiet für besonders laute und stinkende Betriebe.

Und wollen wir dort überhaupt ein Industriegebiet - wo doch der ganze Bestand durch effektive kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe geprägt wird, die zumeist auch am Betriebssitz wohnen? Bisher ist das Gebiet außerhalb der Arbeitszeiten ruhig - demnächst könnte 24/7 gearbeitet und durch LWK geliefert bzw geholt werden.
Würde eine Gewerbegebiet nicht viel besser zum Dorf passen?

Verkehr (Menschen schützen)

Ein Industriegebiet ist rund um die Uhr mit erheblichem Verkehr verbunden. Die blauen Linien zeigen die voraussichtlichen Fahrwege. Die Auswirkungen auf den Verkehr und das bestehende Verkehrsnetz und deren Anwohner sind überhaupt nicht untersucht worden. Es fehlt ein Verkehrsgutachten.

Lärm (Umwelt schonen  *  Menschen schützen)

Im Industriegebiet darf es nach TA Lärm sogar nachts (GI - 70 dB(A)) lauter sein, als tagsüber im Gewerbegebiet (65 dB(A)). Die unmittelbar angrenzenden schutzbedürftigen Nutzungen (v.a. Wohnhäuser, z.T. Betriebsleiter) wurden nicht ermittelt, sowie die Auswirkungen der geplanten Nutzung, sowie des Verkehrs auf die Immissionen angrenzender schutzwürdiger Nutzungen wurden nicht ermittelt.
Der Lärmkonflikt muss durch ein Immissionsschutzgutachten untersucht werden, um die Auswirkungen aufzuklären.
Ohne Aufklärung werden der Trennungsgrundsatz nach § 50 BImSchG und der Abwägungsgebot missachtet.

Mehr zur Kritik am Lärmschutz

Umweltbelange (Umwelt schonen)

Mehr zur Kritik an Umweltbelangen

Prägnante und vitale Pappel

Weiterhin wurde der Einfluss des Plans auf eine direkt angrenzende ortsbildprägende Baumgruppe missachtet - und lediglich darauf verwiesen, dass diese außerhalb des Plangebiets läge. Dazu wurden die Bäume sogar extra eingemessen, aber nicht in die Plangrundlage eingetragen. Unbeachtet bleibt, dass die Wurzeln in das Baufeld der geplanten Feuerwehr reichen, so dass die Planung dessen Bestand erheblich gefährdet.

Umweltbelange (Fledermäuse)

Die Umweltbelange wurden nicht vollständig ermittelt und bewertet. Z.B. weist die Karte der Fledermausuntersuchung auf ein Untersuchungsgebiet hin, dass nicht das ganze Plangebiet abdeckt.
Inhaltlich wurden auch vielfältige Gehölzstrukturen an der ehem. Gärtnerei missachtet und sogar verneint.

Landschaftsschutz (Kultur schätzen)

Überplanung des Schwatten Pättkens

Seit über 200 Jahren verläuft das Schwatte Pättchen genau zwischen den Äckern auf den Bildstock bei Hönekop zu.
Jetzt soll es aufgegeben werden, damit sich einige (oder nur einer ?) Betriebe rückwärtig über das bisherige Pättchen auf das jetzige Gärtnereigelände erweitern können.
Die Historie wird ignoriert - als Argument nennt die Gemeinde lediglich: der Heimatverein habe zugestimmt.

Ortsbild/ Silouette

Der Blick von der östlichen Anhöhe aus zwischen Wellmann und Wesselmann zeigt deutlich die Prägung der Horizontlinie durch den Wald von Westerwinkel. Darüber ragt lediglich St. Benedikt und vereinzelte besondere Bäume.
Insbesondere ordnet sich auch das gesamte bestehende Dorf dieser Höhe unter.
Die neue Planung  nimmt keine Rücksicht darauf, sondern gestattet die Errichtung von 10 - 12 m hohen Gebäuden sogar noch etwas Hangaufwärts.
Damit wird die bisher klare "Skyline" durch neue Industrie/ Gewerbebauten verdeckt.
Das wäre durch eine sensiblere Höhenfestsetzung vermeidbar.