Eigene Anregung schreiben

Uns haben Rückmeldungen erreicht, dass unklar sei, wie so eine Eingaben geschrieben wird.

Dazu erst mal die angenehme Botschaft: Es ist beliebig - ob auf dem Bierdeckel steht "Find ich doof", per Mail oder Facebook der Gemeinde ein paar Sätze geschrieben werden, oder ein ausgefeilter Brief geschrieben wird: alles was zum Plan mitgeteilt wird, muss abgewägt werden.
Jedes Wort wird in die Papiere aufgenommen und einzeln kommentiert.
Und jede Botschaft hilft dem Rat, die Stimmung in der Bevölkerung wahrzunehmen.
Deswegen ist es völlig in Ordnung, auch emotionale Meinungen einzubringen. Oder auf frühere Dinge Bezug zu nehmen, die Ihnen in dem Zusammenhang wichtig sind.
Um die Betroffenheit besser darzustellen, sind mehr Schreiben effektiver als ein Schreiben mit vielen Unterschriften.

Zur Erleichterung Ihrer Stellungnahme hier ein paar Muster (Kopieren erlaubt, individuell anpassen empfohlen):

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum aktuellen Entwurf des Bebauungsplans H 33 gebe ich folgende Stellungnahme ab:

(Falls Sie der Verkehr stört)
Sie planen Gewerbeflächen. Dort werden sich Firmen ansiedeln. Es entsteht PKW- und LKW-Verkehr.
Dadurch fühle ich mich beeinträchtigt.
Sie haben nicht untersucht, wie viel Verkehr überhaupt zu erwarten ist.
Sie haben nicht geklärt, ob der auf die bestehenden Straßen passt.
Sie haben noch nicht einmal überprüft, wie viel Verkehr jetzt schon da ist.
Schon jetzt fühle ich mich regelmäßig durch den LKW-Verkehr aus dem bestehenden Gewerbegebiet gestört.
Ich befürchte, dass dadurch mein Grundstück an Wert verliert.
Ich befürchte, dass meine Kinder auf dem Weg zum Spielplatz/ zur Schule/ zu Freunden stärker gefährdet sind.
Ich finde es unverantwortlich, dass Sie diese Fragen nicht einmal untersucht haben.

(falls Sie der mögliche Lärm/ Staub/ Gerüche stört)
Die Gemeinde hat für das Gewerbegebiet keine Begrenzungen eingeplant.
Mag sein, dass Sie das anderweitig glauben regeln zu können, aber ein Bebauungsplan ist kein Bibel. Es kann hier nicht auf den Glauben ankommen.
Ein Bebauungsplan muss in sich bereits funktionieren. Das tut H 33 nicht.
Ich fühle mich durch den zusätzlichen Lärm stark beeinträchtigt.
Auch das Risiko, dass Firmen Staub oder Gerüche ausstoßen, macht mir Sorgen.
Auch der zusätzliche Verkehr ist mit Lärm verbunden.
Es ist aber manchmal schon sehr laut - wenn da noch was dazu kommt, wird es unerträglich.
Ständiger Lärm kann gesundheitsschädlich sein.
Sie haben weder untersucht, wie laut es im Moment ist, noch wie viel Lärm tatsächlich dazu kommt.
Das finde ich unverantwortlich.

(falls Sie der Eingriff in die Landschaft und die Felder stört)
Mit dem neuen Gewerbegebiet wollen Sie weitere Flächen versiegeln und bebauen lassen.
Das finde ich nicht in Ordnung. Der Boden ist begrenzt - je mehr wir bebauen, desto weniger Natur hinterlassen wir unseren Kindern.
Auch die Silhuette von Herbern, das schöne Ortsbild wird durch die neuen Gewerbeklötze erheblich verschlechtert.
Dadurch verliert unser Ort an Attraktivität. Diese Nachteile haben Sie nicht angemessen gewürdigt.
Damit bin ich nicht einverstanden.

(falls Sie der Eingriff in den Artenschutz stört)
Durch das Planverfahren wird sowohl in den Lebensraum mehrerer Fledermausarten als auch weiterer geschützter Arten eingegriffen.
Die Fragestellung wurde zwar untersucht, aber nicht vollständig.
Außerdem wurden die Forderungen des Gutachters gar nicht im Plan aufgenommen.
So ist vor allem die Baumreihe an der Ondrup-Ondruper Straße nicht als Dunkelraum geschützt.
Dazu müssten Sie die Einfahrten aus dem Gewerbegebiet auf die Straße streichen.
Am besten wird die Ein- und Ausfahrt durch den Grünstreifen komplett ausgeschlossen.
Die Lage des Rückhaltebeckens ist für die Tierwelt auch ungünstig mitten im Gebiet.
Viel sinnvoller wäre es, das Becken an den Rand des Gebiets zu verschieben, damit diese Grünfläche für die Tierwelt besser nutzbar ist.
Mit dem Plan in seiner jetzigen Fassung bin ich nicht einverstanden.

(falls Sie die Verlegung des Schwatten Pättkens stört)
Sie planen, das Schwatte Pättken zwischen der ehemaligen Gärtnerei Hönekop und den angrenzenden Gewerbeflächen zu verlegen. Auch hinter Hönekop soll nocht mehr Gewerbe entstehen.
Das Schwatte Pättken ist ein historisches Kulturgut. Es ist ein Erbe unserer Vorfahren.
Es wird gerade im unteren Teil beidseitig durch Wallhecken begleitet - ganz typisch für uralte Wege.
Gleichzeitig ist es ein Schmuckstück als Freizeitroute und toll zum Spazierengehen.
Es ist unvertretbar, es zugunsten einzelner Betriebserweiterungen platt zu machen.
Außerdem haben Sie den neuen Weg gleich so ungeschickt geplant, dass dafür mehrere Gehölze und Sträucher der Gärtnerei beseitigt werden müssten.
Das sehe ich sehr kritisch.

(falls Sie stört, dass die alte Pappel nicht berücksichtigt wurde)
Durch die Planung wird für die Feuerwehr eine Baufläche ausgewiesen.
Die ist so nah an der riesigen Pappel, dass die vermutlich gefällt werden müsste.
Das ist im Plan nicht berücksichtigt.
Zwar liegt der Baum knapp außerhalb der Plangebiets, aber ist vom Plan direkt betroffen.
Sie haben die Pappel nicht einmal dargestellt, obwohl sie extra vermessen wurde.
Das finde ich nicht in Ordnung.
Ich finde den Baum einfach toll als Landschaftsmarke und prägend für das Ortsbild.
Sie müssen das Plangebiet um den Baum erweitern und ihn schützen, zumindest durch die Freihaltung des Wurzelbereichs von Bebauung und Versiegelung.


(Wenn Sie möchten, persönliche Schlussworte)

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift)


Sie können natürlich auch schreiben, dass Sie den Plan gut finden oder mehr Bauflächen wünschen.
Ich bitte um Verständnis, dass ich dafür keine Hilfestellung zur Formulierung machen möchte. :-)

Was passiert mit meiner Anregung?

Sie wird in eine Tabelle aufgenommen. Dort nimmt die Gemeinde zu jedem vorgetragenen Argument Stellung.
Das Ergebnis wird am Ende des Verfahrens dem Rat zur Entscheidung vorgelegt.
(Nicht überbewerten - normalerweise wird in der Sitzung die ganze Tabelle am Stück abgenickt. Es kommt praktisch nie vor, dass über einzelne Stellungnahmen auch nur gesprochen wird.)

Erst wenn alles beschlossen ist, erhalten die Bürger eine schriftliche Rückmeldung über die beschlossene Antwort.

Offizielle Beteiligung

Für den Bebauungsplan H 33 ist die ofizielle Bürgerbeteiligung vorbei. Weiterhin können Sie die Unterlagen im Internet einsehen, sowie (mit Terminvereinbarung) bei der Gemeinde direkt Einblick nehmen.

Für Ihre Rückmeldung können Sie sich an den Bürgermeister wenden: Thomas Stohldreier
Zitat der Gemeindehomepage: "Der Bürgermeister steht gerne für ein persönliches Telefongespräch zur Verfügung."
Telefontermin vereinbaren: Vorzimmer Judith Leuer, Tel.: 02593 / 609-1100

Sie können sich auch jetzt gleich zum Bebauungsplan äußern.

Ansprechpartnerin der Gemeinde Ascheberg:
Frau Klaas
Tel.: 02593-609-6017
Post: Gemeinde Ascheberg, Dieningstr. 7, 59387 Ascheberg

Der wesentliche Entscheidungsträger zu städtebaulichen Entwicklungen innerhalb der Gemeindeverwaltung ist Herr van Roje.
Er ist sowohl als Fachbereichsleiter für das Planverfahren verantwortlich, als auch für den Verkauf der Grundstücke (und Finanzierung der Entwicklungskosten) als Geschäftsführer der Ascheberger Grundstücksentwicklungsgesellschaft (AGEG).
Fachbereichsleiter Herr van Roje
Tel.: 02593-609-6000
Email: vanroje(at)ascheberg.de oder gemeinde@ascheberg.de